Europol-Übereinkommen · Europol-Übereinkommen
§ 0 Europol-Übereinkommen
Erklärung der Republik Österreich gemäß Art. 2 des Protokolls auf Grund von Art. K.3 des Vertrags über die Europäische Union betreffend die Auslegung des Übereinkommens über die Errichtung eines Europäischen Polizeiamts durch den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften im Wege der Vorabentscheidung Erklärung der Republik Österreich gemäß Artikel 2, des Protokolls auf Grund von "Art". K.3 des Vertrags über die Europäische Union betreffend die Auslegung des Übereinkommens über die Errichtung eines Europäischen Polizeiamts durch den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften im Wege der Vorabentscheidung
Übereinkommen auf Grund von Art. K.3 des Vertrags über die Europäische Union über die Errichtung eines Europäischen Polizeiamts (Europol-Übereinkommen) samt Anhang und Erklärungen; Protokoll auf Grund von Art. K.3 des Vertrags über die Europäische Union betreffend die Auslegung des Übereinkommens über die Errichtung eines Europäischen Polizeiamts durch den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften im Wege der Vorabentscheidung samt Erklärung und Erklärung der Republik Österreich
StF: BGBl. III Nr. 123/1998 (NR: GP XX RV 767 AB 984 S. 104. BR: AB 5614 S. 635. )
BGBl. III Nr. 193/1998 (K über Idat P1)
BGBl. III Nr. 81/1999
BGBl. III Nr. 127/2004 (K – Geltungsbereich Ü)
BGBl. III Nr. 128/2004 (K – Geltungsbereich P1)
BGBl. III Nr. 129/2004 (K – Geltungsbereich P2)
BGBl. III Nr. 15/2006 (K – Geltungsbereich P2)
BGBl. III Nr. 16/2006 (K – Geltungsbereich Ü)
BGBl. III Nr. 18/2006 (K – Geltungsbereich P1)
BGBl. III Nr. 120/2007 (NR: GP XXII RV 194 AB 354 S. 45. BR: AB 6972 S. 705. )
BGBl. III Nr. 121/2007 (NR: GP XXII RV 690 AB 788 S. 93. BR: AB 7208 S. 718. )
BGBl. III Nr. 122/2007 (NR: GP XXII RV 691 AB 880 S. 109. BR: AB 7259 S. 722. )
*Belgien III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Bulgarien III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Dänemark III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Deutschland III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Estland III 15/2006 P2, III 16/2006 Ü, III 18/2006 P1, III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Finnland III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Frankreich III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Griechenland III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Irland III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Italien III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Lettland III 127/2004 Ü, III 128/2004 P1, III 129/2004 P2, III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Litauen III 127/2004 Ü, III 128/2004 P1, III 129/2004 P2, III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Luxemburg III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Malta III 127/2004 Ü, III 128/2004 P1, III 129/2004 P2, III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Niederlande III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Polen III 127/2004 Ü, III 128/2004 P1, III 129/2004 P2, III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Portugal III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Rumänien III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Schweden III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Slowakei III 127/2004 Ü, III 128/2004 P1, III 129/2004 P2, III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Slowenien III 127/2004 Ü, III 128/2004 P1, III 129/2004 P2, III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Spanien III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Tschechische R III 127/2004 Ü, III 128/2004 P1, III 129/2004 P2, III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Ungarn III 127/2004 Ü, III 128/2004 P1, III 129/2004 P2, III 120/2007, III 121/2007 *Vereinigtes Königreich III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007 *Zypern III 127/2004 Ü, III 128/2004 P1, III 129/2004 P2, III 120/2007, III 121/2007, III 122/2007
Der Nationalrat hat beschlossen:
1. Der Abschluß des nachstehenden Vertragswerks wird genehmigt.
2. Gemäß Art. 49 Abs. 2 B-VG wird das vorliegende Vertragswerk dadurch kundgemacht, daß dessen Fassungen in dänischer, englischer, finnischer, französischer, griechischer, irischer, italienischer, niederländischer, portugiesischer, schwedischer und spanischer Sprache – mit Ausnahme der nur in deutscher Sprache vorliegenden Erklärung der Republik Österreich gemäß Artikel 2 des EuGH-Protokolls – zur Einsichtnahme im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten aufliegen.
DIE HOHEN VERTRAGSPARTEIEN dieses Übereinkommens, die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind –
UNTER BEZUGNAHME auf den Rechtsakt des Rates vom 26. Juli 1995,
IN DEM BEWUSSTSEIN der dringenden Probleme, die sich aus dem Terrorismus, dem illegalen Drogenhandel und sonstigen schwerwiegenden Formen der internationalen Kriminalität ergeben,
IM HINBLICK DARAUF, daß Fortschritte bei der Solidarität und der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erforderlich sind; hierzu bedarf es insbesondere einer Verbesserung der polizeilichen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten,
IN DER ERWÄGUNG, daß die entsprechenden Fortschritte es ermöglichen sollen, den Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung weiter zu verbessern,
IN ANBETRACHT DESSEN, daß in dem Vertrag über die Europäische Union vom 7. Februar 1992 die Errichtung eines Europäischen Polizeiamts (Europol) vereinbart worden ist,
IN KENNTNIS des Beschlusses des Europäischen Rates vom 29. Oktober 1993, nach dem Europol in den Niederlanden eingerichtet wird und seinen Sitz in Den Haag erhält,
EINGEDENK des gemeinsamen Ziels, eine Verbesserung der polizeilichen Zusammenarbeit im Bereich des Terrorismus, des illegalen Drogenhandels und sonstiger schwerwiegender Formen der internationalen Kriminalität durch einen ständigen, zuverlässigen und intensiven Informationsaustausch zwischen Europol und den nationalen Stellen der Mitgliedstaaten herbeizuführen,
DAVON AUSGEHEND, daß die in diesem Übereinkommen festgelegten Formen der Zusammenarbeit andere Formen der zwei- oder mehrseitigen Zusammenarbeit nicht berühren dürfen,
IN DER ÜBERZEUGUNG, daß dem Schutz der Rechte des einzelnen, insbesondere dem Schutz personenbezogener Daten, auch im Bereich der polizeilichen Zusammenarbeit besondere Aufmerksamkeit zuteil werden muß,
IN DER ERWÄGUNG, daß die Tätigkeit von Europol nach diesem Übereinkommen die Befugnisse der Europäischen Gemeinschaften unberührt läßt, und in der Erwägung, daß Europol und die Europäischen Gemeinschaften im Rahmen der Europäischen Union ein gemeinsames Interesse daran haben, Formen der Zusammenarbeit einzurichten, die beiden eine möglichst wirkungsvolle Wahrnehmung ihrer jeweiligen Aufgaben ermöglichen -
HABEN SICH auf die nachstehenden Bestimmungen GEEINIGT:
INHALT
TITEL I
ERRICHTUNG UND AUFGABENBESCHREIBUNG
Artikel 1
Errichtung
Artikel 2
Ziele (Anm.: Ziel)
Artikel 3
Aufgaben
(Anm.: Artikel 3a Teilnahme an gemeinsamen Ermittlungsgruppen
Artikel 3b Ersuchen von Europol um Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen)
Artikel 4
Nationale Stellen
Artikel 5
Verbindungsbeamte
Artikel 6
Automatisierte Informationssammlungen
(Anm.: Artikel 6a Verarbeitung von Informationen durch Europol)
TITEL II
INFORMATIONSSYSTEM
Artikel 7
Errichtung des Informationssystems
Artikel 8
Inhalt des Informationssystems
Artikel 9
Berechtigung zum Zugriff auf das Informationssystem
TITEL III
ARBEITSDATEIEN ZU ANALYSEZWECKEN
Artikel 10
Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten
Artikel 11
Indexsystem
Artikel 12
Errichtungsanordnung
TITEL IV
GEMEINSAME BESTIMMUNGEN ZUR INFORMATIONSVERARBEITUNG
Artikel 13
Unterrichtungspflicht
Artikel 14
Datenschutzstandard
Artikel 15
Datenschutzrechtliche Verantwortung
Artikel 16
Protokollierungsregelung (Anm.: Regelung der Überwachung von Abfragen)
Artikel 17
Verwendungsregelung
Artikel 18
Datenübermittlung an Drittstaaten und Drittstellen
Artikel 19
Auskunftsanspruch
Artikel 20
Berichtigung und Löschung von Daten
Artikel 21
Speicherungs- und Löschungsfristen für Dateien
Artikel 22
Berichtigung und Aufbewahrung von Daten in Akten (Anm.: Aufbewahrung und Berichtigung von Daten in Akten)
Artikel 23
Nationale Kontrollinstanz
Artikel 24
Gemeinsame Kontrollinstanz
Artikel 25
Datensicherheit
TITEL V
RECHTSSTATUS, ORGANISATION UND FINANZBESTIMMUNGEN
Artikel 26
Rechtsfähigkeit
Artikel 27
Organe und Europol (Anm.: Organe von Europol)
Artikel 28
Verwaltungsrat
Artikel 29
Direktor
Artikel 30
Personal
Artikel 31
Geheimhaltung
Artikel 32
Verpflichtung zur Verschwiegenheit und Geheimhaltung
(Anm.: Artikel 32a Zugang zu Dokumenten von Europol)
Artikel 33
Sprachen
Artikel 34
Unterrichtung des Europäischen Parlaments
Artikel 35
Haushalt
Artikel 36
Rechnungsprüfung
Artikel 37
Sitzabkommen
TITEL VI
HAFTUNG UND RECHTSSCHUTZ
Artikel 38
Haftung wegen unzulässiger oder unrichtiger Datenverarbeitung
Artikel 39
Sonstige Haftung
(Anm.: Artikel 39a Haftung bei Teilnahme von Europol an gemeinsamen Ermittlungsgruppen)
Artikel 40
Beilegung von Streitigkeiten
Artikel 41
Vorrechte und Immunitäten
TITEL VII
SCHLUSSBESTIMMUNGEN
Artikel 42
Beziehungen zu Drittstaaten und Drittstellen
Artikel 43
Änderung der Übereinkommens (Anm.: Änderung des Übereinkommens)
Artikel 44
Vorbehalte
Artikel 45
Inkrafttreten
Artikel 46
Beitritt neuer Mitgliedstaaten
Artikel 47
Verwahrer
Anhang
Betreffend Artikel 2
Erklärungen
Die Notifikation gemäß Art. 45 Abs. 2 des Übereinkommens und gemäß Art. 4 Abs. 2 des Protokolls wurde am 30. Jänner 1998 beim Generalsekretär des Rates der Europäischen Union hinterlegt. Nach Mitteilung des Generalsekretärs tritt das Übereinkommen gemäß seinem Art. 45 Abs. 3 mit 1. Oktober 1998 in Kraft.
Der Zeitpunkt des Inkrafttretens des Protokolls wird zu einem späteren Zeitpunkt kundgemacht.
–
Die Republik Österreich anerkennt die Zuständigkeit des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften nach Maßgabe des Art. 2 Abs. 2 Buchstabe b und
–
die Republik Österreich behält sich das Recht vor, in ihrem innerstaatlichen Recht eine Bestimmung vorzusehen, wonach ein nationales Gericht, dessen Entscheidungen selbst nicht mehr mit Rechtsmitteln des innerstaatlichen Rechts angefochten werden können, verpflichtet ist, den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften anzurufen, wenn eine Frage im Zusammenhang mit der Auslegung des Europol-Übereinkommens in einem schwebenden Verfahren gestellt wird.
Historique des modifications
- In Kraft seit 2007-04-18